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Food Sharing: Die leckerste Seite der Sharing Economy

Von Karin Friedli, Foodsaverin bei foodsharing Zürich am 20. Mai 2019
Anders als bei vielen bekannten Modellen der Sharing Economy wird beim Food Sharing nicht vermietet oder verliehen, sondern verschenkt und verzehrt. Dafür ist das (Ver-)Teilen von Essen vielleicht fast ein bisschen die Mutter des Sharing-Prinzips: Znüni fürs Büro am Geburtstag, Picknicks mit Freunden, Mitbring-Buffets, Koch-Events etc. – der soziale Aspekt von Zubereitung und Genuss von Speisen ist unbestritten.

Unsere Organisation namens foodsharing fügt dem ganzen nun noch eine Komponente hinzu: Wir treten nämlich an, um die Verschwendung von Nahrung zu bekämpfen. Schliesslich verhält es sich mit Lebensmitteln wie mit allen anderen Dingen, die einmal hergestellt und transportiert worden sind: Es stecken sehr viele Ressourcen drin – Ressourcen, die in diesem Fall für einen bestimmten Zweck bestimmt sind, nämlich für unsere Ernährung. 

Das Problem (um nicht zu sagen: das Riesenproblem)

Jedes Jahr werden etwa 2 Millionen Tonnen in der Schweiz produzierten Lebensmittel nicht gegessen, sondern gehen verloren oder werden entsorgt. Das kannst du kaum glauben? Beim Verein foodwaste.ch findest du ganz viel Information zu diesen Zahlen: Wo und warum Lebensmittel nicht verbraucht werden, welche Waren es am meisten betrifft etc. 

Diese Zahlen stehen für eine riesige Verschwendung von Ressourcen: Energie, Wasser, Arbeitskraft und so weiter. Diese Verluste finden natürlich über die ganze Wertschöpfungskette verteilt statt, und nicht an jeder Stelle kann man als Privatperson gleich viel beitragen. Aber das heisst ja nicht, dass wir nicht irgendwo anfangen können. 

Und was tun wir dagegen?

foodsharing ist ein Netzwerk von Freiwilligen im deutschsprachigen Raum (und einigen anderen Ländern), die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Lebensmittel vor eben diesem Schicksal zu retten. Wir tun das auf drei Arten: 

  1. Waren die Augen grösser als der Bauch beim einkaufen oder beim kochen? Fährst du in zwei Tagen in die Ferien und hast den Kühlschrank noch halb voll mit Lebensmitteln, die nach deiner Rückkehr nicht mehr gut sind? Auf foodsharingschweiz.ch kannst du «Essenskörbe» einstellen, du bietest dieses Essen also zur Abholung bei dir an. So werden überschüssige Lebensmittel nicht in privaten Haushalten schlecht, sondern können rechtzeitig weitergegeben und verwertet werden. 

    Für das Einstellen von Essenskörben musst du dich auf der Website registrieren. Das ist schnell gemacht und du bekommst natürlich auch mit, wenn jemand anders in deiner Nähe etwas feines ausschreibt – es lohnt sich also allemal. 

  2. Wir betreiben sogenannte «Fair-Teiler». Das sind öffentlich zugängliche (Kühl-)Schränke, wohin jede und jeder überschüssige Lebensmittel bringen und/oder dort hinterlegtes Essen abholen kann. Die Standorte findest du hier auf der Karte.

  3. Unsere Teams aus freiwilligen Foodsaverinnen und Foodsavern holen bei kooperierenden Betrieben nicht mehr verkäufliche Waren ab und verteilen sie weiter: in ihrem persönlichen Netzwerk, an Bedürftige im Rahmen von sogenannten Foodsharing-Tandems oder in die öffentlich zugänglichen Fair-Teiler.

Mitmachen? Ganz einfach! 

Rette mit auf foodsharingschweiz.ch! Essenskörbe einstellen und Fair-Teiler-Standorte finden kannst du bereits, nachdem du dir einfach ein Benutzerkonto erstellt hast.  Wenn du dich als Foodsaver/in fürs Lebensmittelretten bei Betrieben anmelden und verifizieren willst, findest du hier eine Anleitung: Wie werde ich Foodsaver/in?

Deine Fähigkeiten kannst du auch über das Retten und Teilen von Lebensmitteln hinaus einbringen: Es gibt Arbeitsgruppen für verschiedene Themenbereiche: Öffentlichkeitsarbeit, Social Events, IT, Übersetzungen, Betriebsverantwortung… jede und jeder kann nach ihren oder seinen Möglichkeiten mit anpacken. 

Reinschnuppern und mitessen

Die jeweiligen foodsharing-Bezirke veranstalten mehr oder weniger regelmässig gemeinschaftliche Anlässe: In Zürich zum Beispiel gibt es alle zwei bis vier Wochen ein foodsharing-Znacht. Du findest die Termine im Login-Bereich von foodsharingschweiz.ch oder auf der Facebook-Seite. Wir freuen uns auf dich! 

 

 

 

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