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1 Jahr Sharely.ch - unsere Learnings als Start-up

Von Andreas Amstutz am 08. Dezember 2014
Sharely.ch ist nun ein Jahr live. Für uns war das eine sehr anstrengende, aber zugleich lehrreiche und auch sehr erfreuliche Zeit. Unsere Plattform zum Mieten und Vermieten von Alltagsgegenständen wächst jeden Tag weiter, wir haben immer mehr Nutzer, Obje
1. Sharely ist kein Selbstläufer, aber wir erhalten sehr viel positives Feedback
Das Besondere an Sharely ist, dass wir nicht nur die Nachfrage (also Leute, welche mieten möchten) generieren müssen, sondern auch das Angebot (also die Objekte). Dieses zweiseitige Marktmodell macht den Aufbau unseres Start-ups ungleich schwieriger. Wir haben gemerkt: Das Konzept von Sharely wird zwar schnell verstanden, aber Besucher zu Nutzern zu machen, ist kein einfaches Unterfangen. Es braucht mehr Effort als wir gedacht haben. Nichtsdestotrotz: Jeden Tag bekommen wir so positives Feedback, sei es über die sozialen Medien, via Mails oder im persönlichen Gespräch, dass wir uns bestärkt fühlen, Sharely zum Erfolg bringen zu können.

2. Kleine Optimierungen auf der Webseite vereinfachen die Nutzung
Das Thema Conversion beschäftigt jedes Start-up. Es gilt, möglichst viele Besucher auf die Seite zu bringen, aber eben auch, diese dann überzeugen zu können, sich zu registrieren und Sharely aktiv zu nutzen. Bei Sharely haben wir dem Thema UX (Uxer Experience) von Anfang an viel Gewicht beigemessen, wir merken aber, dass wir bei dem einen oder anderen Prozess durchaus noch Potential haben. Ein Beispiel: Möchte man ein Objekt hochladen, muss man zuerst die IBAN (Kontonummer) angeben, damit im Falle einer Vermietung das Geld ausbezahlt werden kann. Diese Überlegung hat natürlich einen IT-Hintergrund, der Prozess verlangt quasi eine IBAN für jeden Nutzer mit Objekten. Wir werden aber das Prinzip - konsequent aus Nutzersicht gedacht - überarbeiten. Man kann bald auch Objekte hochladen, ohne die IBAN anzugeben. Diese verlangen wir dann erst bei einer effektiven Vermietung. So können kleine Verbesserungen in den Prozessen die Conversion-Rate nach oben bringen.
3. Mieter und Vermieter sind zwei ziemlich unterschiedliche Gruppen
Anfangs haben wir immer Marketing für “alle” gemacht. Wir gingen davon aus, dass die Personen, welche auf Sharely etwas mieten, ähnliche Motive haben wie die Vermieter. Dem ist aber nicht so. Mieter sind bedürfnisgetrieben, suchen einen bestimmten Gegenstand möglichst günstig und sind froh um die geographische Nähe. Vermietern hingegen sind die Nachhaltigkeit, die Idee von Sharely und das Gemeinschaftliche viel wichtiger. Seit wir begonnen haben, die beiden “Gruppen” verschieden anzusprechen, funktioniert unser Marketing besser. Unser Flaschenhals ist momentan eher das Angebot (und nicht die Nachfrage), weshalb wir uns auf nachhaltige und gesellschaftliche Argumente fokussieren.
4. Sharely ist gesellschaftlich akzeptiert - ein gutes Verkaufsargument
Wir merken täglich: Das Sharely-Konzept wird von den Leuten sehr gut aufgenommen, es ist schnell verständlich und jeder hat einen Anknüpfungspukt an das Thema (nämlich die eigenen Objekte zu Hause). Dass Sharely Sinn macht, hilft uns, die Idee zu “verkaufen”. Wir haben auf Facebook und Twitter eine tolle Community, welche uns unterstützt und empfiehlt. Es macht es auch für uns einfacher: wir leben die Idee des Sharings auch persönlich. Die Werte, welch wir nach aussen tragen, sind nicht aufgesetzt, sondern sind unsere Überzeugung. Sich voll und ganz hinter ein Produkt stellen zu können, schafft Glaubwürdigkeit.
5. Bootstrapping ist in der Sharing Economy schwierig
Bootstrapping - also die dauernde Weiterentwicklung eines Start-ups durch den generierten Cash-flow - ist bei Sharely nicht möglich. Unsere Plattform ist ein typisches Netzwerk mit den dazugehörigen Eigenschaften. Je mehr Objekte wir auf Sharely haben, desto eher erzielen wir einen “match” (also eine Vermietung). Auf dem Weg dahin braucht es aber viel Geduld, da das Netzwerk eben erst aufgebaut werden muss. So sind wir auch um jedes weitere Objekt froh, das auf Sharely dazu kommt. Es verdichtet das Netzwerk und erhöht die Chance auf eine weitere Vermietung. Unser Learning: wir müssen bei Sharely längerfristig denken und dabei viel Ausdauer beweisen. Wir zählen auf euch und eure Unterstützung ;-)
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